Auch wer noch so begabt ist - wirkliche Erfolge auf seinem Instrument kann man nur mit regelmäßiger Übung erzielen. Das erfordert viel Konzentration, Disziplin, Ausdauer und Geduld. Oft stößt man dabei an seine Grenzen, aber man kann lernen, diese zu überwinden!

Wie übt man nun richtig? Es ist ein beschwerlicher Weg, bis man die Früchte seiner Arbeit ernten kann, aber manchmal ist schon alleine der Weg das Ziel.
Was heißt das konkret? Man sollte die Übungseinheiten zu einem (möglichst) täglichen Ritual werden lassen, so wie das Zähneputzen, über das es gar keine Diskussionen geben sollte. Es ist besser, jeden Tag ein bisschen zu üben, als einmal pro Woche ganz lange! Allerdings kann der ein oder andere übfreie Tag hilfreich sein. Vor allem darf das Üben nicht zur stumpfsinnigen Pflicht werden.

Es ist gut und wichtig Stücke, die man schon beherrscht und die einem
gefallen, auch immer mal zu wiederholen. Erstens motiviert das und zweitens, weil man sie sonst leider auch wieder verlernen würde. Allerdings ist der allererste Schritt, ein neues Stück zu erlernen, der schwierigste, deshalb drückt man sich gern davor.
Eltern können anhand eines Hausaufgabenheftes nachvollziehen, was ihr Kind üben soll, zumindest sollten sie hellhörig werden, wenn wochenlang die gleichen Stücke durch gedudelt werden.

Fast alle Schüler neigen dazu, Stücke in viel zu hohem Tempo einfach durchzuspielen. Passiert dann ein Fehler, wird (wenn überhaupt) wieder vom Anfang begonnen, anstatt die betreffende Stelle zu üben. Wobei man es genauso trainieren muss, ein Stück ohne Rücksicht auf Verluste weiter zu spielen, so wie später bei einer Aufführung. Man sollte also beides gleichermaßen üben, aber bewusst!
Genauso wichtig ist es, ein Stück sowohl langsam als auch im schnellen Tempo zu beherrschen und an jeder beliebigen Stelle einsetzen zu können. Erst dann kann man sich auf das wirkliche Musizieren konzentrieren!

Durch Zeiten der Unlust, die jeder irgendwann durchläuft, müssen Lehrer und Eltern ein Kind hindurch tragen. Hierbei ist vor allem zu überprüfen, ob das Lernniveau weder zu anspruchsvoll ist, noch den Schüler schlichtweg unterfordert und er sich deshalb langweilt.

Wichtig finde ich bei Kindern, dass die Eltern Interesse zeigen. Sicherlich sollen die Schüler lernen, selbstständig zu üben, auch ohne dass jemand daneben sitzt, aber vor allem zu Beginn ist es wichtig, ein Kind in dieser neuen Situation zu begleiten. Auch später sollten sie sich immer mal etwas vorspielen lassen und bekunden, dass sie stolz darauf sind, was ihr Kind bisher erreicht hat. Nur, wer selbst ein Instrument gelernt hat, weiß, wieviel Arbeit dahinter steckt!

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